Vorsicht Schwelle – bitte nicht stolpern

Dieser Beitrag setzt sich mit dem wichtigen Thema Abdichtung von Innenräumen und den Neuerungen der DIN 18534 auseinander.

Ein altes, fast vergessenes Relikt, das zumeist in älteren Hotelgebäuden gelegentlich noch immer anzutreffen ist, kehrte zurück in die technischen Diskussionsrunden und sorgte damit für einigen Gesprächsstoff. Es gibt viele Möglichkeiten eine Schwelle fachgerecht und optisch ansprechend auszuführen. Die Festlegung der DIN 18534 stellt keine Einschränkung in puncto Barrierefreiheit dar.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.

Bad mit Schwelle

Neue DIN-Norm

BÄDER MIT SCHWELLEN

Früher als einfacher Natursteinblock in den Türrahmen eingesetzt, werden heutzutage vielfältige Ausführungsmöglichkeiten einer Schwelle für die normgerechte Ausführung eines Badezimmers herangezogen.

 

Wofür überhaupt eine Schwelle?

Für Planer und Bauherren stellen sich durch die Einführung der DIN 18534 einige Fragen. Wann muss eine solche Schwelle eingebaut werden? Wie muss diese Schwelle ausgeführt werden? Entspricht das Bad dann noch den Vorgaben für die Barrierefreiheit gemäß DIN 18040?

Ein differenzierter Blick auf die Aussagen der Normen, Regelwerke und Merkblätter hilft bei der Beantwortung.

 

Schwellen DIN-gerecht ausführen

Objektiv betrachtet könnte man sich die Frage stellen, warum der Sockelbereich mindestens 5 cm hoch abgedichtet werden muss, während die Schwelle gemäß DIN 18534 lediglich mindestens 1 cm hoch sein sollte. Argumentativ lässt sich die Schwelle jedoch einfach als Schwallwasserschutz erklären, der die Gefahr eines Wasserübertritts auf nicht abgedichtete Bereiche verringern soll.

Schwelle Dusche

Schwelle zur Dusche

ANORDNUNG MACHT DEN UNTERSCHIED

Die richtige Anordnung macht den Unterschied

Die Gefahr eines Wasserübertritts auf nicht abgedichtete Bereiche gilt es bereits im Rahmen der Planung zu begrenzen. Durch die geschickte Anordnung des Duschbereichs bzw. der Badewanne kann der Abstand zu nicht abgedichteten Bereichen vergrößert werden, so dass die zurückzulegende Distanz für das Wasser maximiert wird.

Ein wirksamer Spritzschutz hingegen kann nur bedingt dazu beitragen, dass die Gefahr des Wasserübertritts verringert werden kann. Aus solchen – zumeist gläsernen – Duschkabinen darf gemäß DIN EN 14428 – „Duschabtrennungen“ sogar zeitweise Wasser austreten, ohne dass die Funktionstauglichkeit beeinträchtigt ist.

 

Gefälle zur Vermeidung von Wasserübertritt

Weiterhin kann durch die entsprechende Anordnung eines Gefälles von der Tür weg diese Gefahr zusätzlich minimiert werden. Können diese Maßnahmen beispielsweise aufgrund der Größe des zur Verfügung stehenden Raumes nicht umgesetzt werden, so beschreibt die DIN 18534 mit der Ausführung eines Niveauunterschieds von mindestens 10 mm eben jenen Höhenversatz, der den Wasserübertritt vermeiden soll.

 

 

Wassereinwirkungsklassen und die korrekte Ausführung

Die Ausführung einer Schwelle lässt sich im Übrigen nicht an einer Wassereinwirkungsklasse festmachen. Dies bedeutet, dass man nicht zwangsläufig davon ausgehen kann, dass eine Schwelle eingebaut werden muss, sobald die Wassereinwirkungsklasse W2-I oder W3-I vorliegt. Die Norm beschreibt zwar, dass die Schwelle aufgrund der Wassereinwirkung eingeplant werden müsse, hierbei geht es jedoch ausschließlich um die Zurückhaltung von Schwallwasser.

 

Barriefreies Bauen weiterhin möglich

Die DIN 18040 „Barrierefreies Bauen“ wird regelmäßig als Argument aufgeführt, um auf eine Schwelle verzichten zu können. Diese Norm sieht vor, dass Schwellen und untere Türanschläge zu vermeiden sind. Sofern sie allerdings technisch unabdingbar sind, dürfen sie bis zu einer Höhe von 2 cm eingesetzt werden.

Dies bedeutet, dass die Bestimmungen der beiden Normen nicht miteinander kollidieren und somit der Einbau einer Schwelle eine hinzunehmende geringfügige Einschränkung für die Barrierefreiheit aus technischen Gründen darstellt.

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Möglichkeiten der Umsetzung

Aus planerischer Sicht ist somit der Grundstein für eine solche Schwellenausbildung gesetzt. Für die Umsetzung in die Praxis gibt es dazu zahlreiche Alternativen. Wesentlich unscheinbarer als der Natursteinblock in der Türleibung ist beispielsweise eine leichte Anrampung der Unterkonstruktion oder der Abschluss mit einer Schiene. Hierbei sind dem Planer in puncto Kreativität keine Grenzen gesetzt, solange eine Höhendifferenz von 10 mm ausgeführt wird.

Obwohl die DIN 18534 festlegt, dass eine Schwelle bei entsprechender Wassereinwirkung im Übergangsbereich einzubauen ist, kann auch ein Höhenversatz zwischen Duschbereich und restlichem Badezimmer bereits eine zusätzliche Abminderung der Wasserübertrittsgefahr realisieren.

Übrigens sieht die DIN 18534 für den Übergang zwischen sehr hoch beanspruchten Nassbereichen (Wassereinwirkungsklasse W3-I) und einer nicht abgedichteten Fläche immer eine Rinne vor, denn die „Gefahr des Wasserübertritts“ in Häufigkeit und zu erwartender Menge ist hier definitiv gegeben. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Menge des Schwallwasserstoßes so groß werden kann, dass eine Rinne zu bevorzugen ist, damit das Wasser abgeleitet werden kann.

Diesen Übergang findet man zum Beispiel zwischen einer gewerblich genutzten Küche und dem anhängenden Gastraum. Man stelle sich vor, dass dort eine Schwelle ausgeführt würde. Ein Alptraum für denjenigen, der dort bspw. einen Servierwagen fahren muss. Somit ist die Rinne mehr als sinnvoll, da so auf einen Höhenversatz verzichtet werden kann.

Bodengleiche Dusche

Fazit

Die Ausführung einer Schwelle ist nicht zwingend erforderlich. In der Regel aber sehr sinnvoll und schützt im Zweifelsfall vor Schäden. Es gibt viele Möglichkeiten eine Schwelle fachgerecht und optisch ansprechend auszuführen. Die Festlegung der DIN 18534 stellt keine Einschränkung in puncto Barrierefreiheit dar. Die zusätzliche Verhinderung von kapillarer Wanderung unter den Fliesen schützt vor Feuchtigkeitseintrag in nicht abgedichtete Bereiche und ist somit zu empfehlen.

Sie haben Fragen zum Thema Schwellen im Bad beziehungsweise barrierefreiem Badbau? Der CONCERA-Händler in Ihrer Nähe berät Sie gerne.